Hypnose ist ein Zustand, der dem Schlaf, genauer gesagt dem Moment unmittelbar vor dem Einschlafen sehr gleicht, ist aber nicht mit Schlaf zu verwechseln. In Hypnose ist eine besondere Form von Kommunikation möglich. In tiefer Hypnotischer Trance ist es dem Hypnotiseur möglich direkt mit dem Unterbewusstsein des Hypnotisanden zu sprechen und dem Unterbewusstsein des Hypnotisanden auf diesem Wege Suggestionen (Vorschläge) zu unterbreiten, die durch den direkten Zugang zum Unterbewusstsein eine ungleich größere Wirkung haben als im Wachzustand unterbreitetete Suggestionen (Vorschläge). Allerdings ist der Wille des Hypnotisanden zur Veränderung, Voraussetzung für eine erfolgreiche Hypnose.
Wer also nicht aufhören will zu Rauchen, sondern nur Geld sparen will, wird auch mit Hypnose nicht zum Nichtraucher werden (Ausnahmen bestätigen hier die Regel).



Äusserliche Anzeichen für Hypnose

Äusserlich kann man nicht auf besondere Veränderungen bei einer Person in Hypnose (Hypnotisand) schliessen. Die hypnotisierte Person macht in aller Regel den Eindruck als sei sie in einem schlafähnlichen Zustand. Mit geschlossenen Augen atmet er sehr ruhig, tief und langsam, Bewegungen sind, wenn sie überhaupt stattfinden langsam und wenn man genau hinsieht ruckartig.
Antwortet der Hypnotisand auf Fragen des Hypnotiseurs so ist dessen Sprache oft langsam, stockend und leise. Häufig kommunizieren Hypnotisand und Hypnotiseur auch über Idiomotorische Signale.
Nach der Hypnose muss sich der Hypnotisand häufig wie nach einem tiefen Schlaf neu orientieren und zurecht finden.



Wer kann Hypnotisiert werden

Die Frage, wie stark oder ob jemand hypnotisierbar ist, spielt in der Hypnoseforschung eine zentrale Rolle. Ein Unterschied besteht von Mensch zu Mensch im Grad der erreichten Trancetiefe, die situationsbedingt verschieden sein kann. Etwa zehn Prozent der Menschen sind sehr leicht hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können oder dürfen nur rund fünf Prozent. Blinde oder gehörlose Menschen gelten als bedingt hypnotisierbar.
Also ist fast jeder Mensch hypnotisierbar, vorausgesetzt der Hypnotisand wünscht das auch und folgt den Suggestionen des Hypnotiseurs ohne Wiederstand zu leisten. Der häufigste Grund für den Wiederstand eines Hypnotisanden ist Angst (zum Beispiel vor Kontrollverlust) oder mangelndes Vertrauen zu dem Hypnotiseur.
Diese Wiederstände können jedoch durch eine gute Vorbereitung abgebaut werden.



Medizinische Anwendungen der Hypnose

Hypnose findet in der sogenannten Hypnotherapie Anwendung. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der Therapie verwendet.
Man kann sie beispielsweise zur Behandlung von Depressionen, Suchtkrankheiten, Sprechstörungen, zur Steigerung des Selbstwertgefühls, zum Stressabbau oder bei Schlafstörungen einsetzen. Auch bei der Behandlung von chronischen Schmerzen in Verbindung mit einem verhaltenstherapeutischen Kurzprogramm konnte Reduzierung der Schmerzstärke nachgewiesen werden.
Der Einsatz der Hypnose in der Medizin und in der Psychotherapie ist gesetzlich geregelt und Hypnotiseuren mit medizinischer Approbation oder Heilpraktiktikern vorbehalten. Sie gehört zu den von den deutschen Krankenkassen anerkannten Leistungen und wird als Ergänzung zu vielen herkömmlichen Methoden eingesetzt.



Allgemeine Hypnotische Anwendungen

Hypnotiseure ohne medizinische Approbation oder Heilpraktikerausbildung dürfen nicht therapieren, sondern können zum einen eine ärztliche Behandlung unterstützen oder im Rahmen der Lebenshilfe bei Problemen wie Reduzierung von Übergewicht, Raucherentwöhnung, Entdeckung und Nutzung neuer ober bislang verborgener Ressourcen und Verhaltensänderungen zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens anbieten.
Eine besonders wirkungsvolles Gebiet der Hypnose ist das Coaching. Bei Themen wie Stressabbau und Motivation ist Hypnose oft die wirkungsvollste Methode.
Last but not least ist Hypnose die wohl effektivste Methode sich in kurzer Zeit zu entspannen und zu erholen. Dies ist, nach erlernen der entsprechenden Entspannungstechniken, mit einer sogenannten Selbsthypnose auch ohne das Mitwirken eines Hypnotiseurs möglich.